Hast Du einen Sinn für Humor?
Um diese Frage ernsthaft (!) zu beantworten, sollten wir uns darüber im Klaren sein, was Humor ist.
Meistens denken wir dabei erstmal an Witze:
Ein Mann hat ein Bewerbungsgespräch bei der Deutschen Bahn. Er kommt 15 Minuten zu spät. „Wissen sie, dass sie 15 Minuten zu spät kommen!?“ „Ja, und es ist mir völlig egal.“ „Sie sind eingestellt!“
Witze verspotten meist Organisationen oder Personen. Humor geht tiefer. Er ist eher eine Lebenshaltung.
Dem 1904 in England geborenen Gregory Bateson, er wurde als Wissenschaftler und Psychologe zum Beispiel durch seine Double-Bind-Theorie weltbekannt, wurde ein Sinn für Humor nachgesagt. Er liebte es, Fragen zu stellen wie:
Was geschieht mit dem Loch, wenn der Donut verspeist ist?
Und er stellte sich der ernsthaften Frage, wie es humorvollen Menschen gelingt, sich dem scheinbar gesunden Menschenverstand entgegenzustellen und den Widrigkeiten der Welt zu widersetzen.
Bereits 50 Jahre vor Bateson hat Sigmund Freud erkannt:
Wenn ein Verbrecher, der am Montag zum Galgen geführt wird, sagt: „Na, die Woche fängt ja gut an…“, dann hat das nicht nur etwas Befreiendes, sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes.
Freud sah das Großartige in der siegreich behaupteten Unverletzlichkeit des Ichs. Das Ich verweigert es, sich durch die Veranlassung aus der Realität kränken und sich zum Leiden nötigen zu lassen. Es beharrt darauf, durch die Traumata der Außenwelt nicht in seinen Grundfesten erschüttert zu werden.
Der 1763 geborene Dichter Jean Paul hat es noch prägnanter formuliert:
Humor ist überwundenes Leiden an der Welt.
Und ist das nicht unser aller Ziel?
Wie wir uns dahin bewegen und was mit dem Loch im Donut geschieht, darum soll es in einer Woche gehen.
Mögest Du den Herausforderungen, die sie bringen mag, mit einer Prise Humor begegnen können.