30. März 2025
Der im Jahre 1200 geborene Japanische Zen-Meister Dōgen Zenji beschreibt in seinem Werk "Sein-Zeit" die Wirklichkeit als das, was sie (auch) ist: Ungeteilte Einheit. "Weil nur dieser eine Augenblick wirklich ist, sind alle Augenblicke der Zeit das Ganze der Zeit, und alle existierenden Dinge und Phänomene sind Augenblicke der Zeit. Das ganze Sein und das ganze Universum existieren in jedem dieser individuellen Augenblicke der Zeit..." Zentrieren wir uns also immer wieder in der Gegenwart!
23. März 2025
Zu einem Sinn für Humor zu gelangen, welcher das Leiden an der Welt überwinden hilft, erfordert auch, den Grund für dieses Leiden zu erkennen. Es ist unsere Ich-Fixiertheit. Mit einem erweiterten Blick würden wir uns nicht mehr so wichtig nehmen - und gleichzeitig erkennen, dass wir alles andere als unwichtig sind. Denn Du bist hier, weil Du ein unabdingbarer Teil des Universums bist! Ohne Dich würde es so, wie es ist, nicht existieren. Du würdest ihm schlicht fehlen!
16. März 2025
Bereits Sigmund Freud erkannte:
Wenn ein Verbrecher, der am Montag zum Galgen geführt wird, sagt: „Na, die Woche fängt ja gut an…“, dann hat das nicht nur etwas Befreiendes, sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes.
Freud sah das Großartige in der siegreich behaupteten Unverletzlichkeit des Ichs. Das Ich verweigert es, sich durch die Veranlassung aus der Realität kränken und sich zum Leiden nötigen zu lassen. Der Dichter Jean Paul betrachtete den Humor als überwundenes Leiden an der Welt.
09. März 2025
Wie wäre es, zur Fastenzeit über stoffliche Versuchungen hinauszugehen? Das lohnt sich besonders, weil Du damit nicht nur für Deinen Köper - oder kritisch betrachtet für Dein Ego - sondern auch für Deine Lebenssituation etwas Gutes tun kannst. Indem Du auf das verzichtest, was Dich und Deine Sicht auf die Welt potentiell vergiftet. Quasi ein "Mental Detox": Sieben Wochen ohne Empörung, ohne Rechthaberei, ohne Schimpf und Schande, ohne Hass. Und vor allem: Ohne die dahinterstehende Angst.
02. März 2025
Der 1632 geborene Philosoph Baruch de Spinoza wurde wegen seiner Überzeugungen bereits mit 23 Jahren aus seiner Gemeinde verbannt. Möge der folgende Gedanke von ihm Dich ermutigen, Dir eine eigene Meinung zu bilden, dazu zu stehen und Dir selbst treu zu bleiben: Was ist Vernunft? Der Wahnsinn aller. Was ist Wahnsinn? Die Vernunft des Einzelnen. Was nennt ihr Wahrheit? Die Täuschung, die Jahrhunderte alt geworden ist. Was nennt ihr Täuschung? Die Wahrheit, die nur eine Minute gelebt hat.
23. Februar 2025
Du hast die Wahl. Genau heute. Und es ist wichtig, zu wählen, Dich zu entscheiden. Denn es geht um Dich, um Deine Zukunft, um die Gemeinschaft, ums Ganze. Du hast die entscheidende Wahl. Und irgendwann wirst Dich entscheiden müssen! Zwischen Angst und Liebe. Denn das ist die Wahl, die Du wirklich zu treffen hast. Heute. Und morgen wieder. Jeden Tag ganz bewusst. Es ist nur diese eine Wahl: Angst oder Liebe. Sie braucht Vertrauen. Sie braucht Dein Herz.
Sie macht Dich frei.
16. Februar 2025
Wieder wurden unschuldige Menschen durch einen Anschlag verletzt. Lasst unser Mitgefühl bei allen Opfern sein. Bei denen, die auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt feiern wollten. Bei denen, die in Aschaffenburg unterwegs zum Spielplatz waren. Bei denen, die in München für ihre Rechte auf die Straße gegangen sind. Bei denen, die ihre Heimat aus Not verlassen haben. Bei denen, deren Hoffnung auf eine Perspektive sich zerschlagen hat. Bei denen, deren Hoffnungslosigkeit gnadenlos ausgenutzt wird.
09. Februar 2025
Wir Menschen wollen von Natur aus nur erkennen, was wir bereits lieben. So lernen wir durch unser Lieben, das, was wir lieben, immer noch mehr zu lieben. Wir erkennen seine Wahrheit und Schönheit. Was aber, wenn uns dabei ein Stück weit die Augen aufgehen für Gottes wirkliche Größe, für die Unendlichkeit seiner Liebe? Dann würden wir anfangen, uns alle miteinander als Geschwister zu erkennen, und aus unserer Erkenntnis würde eine Liebe ohne Grenzen erwachsen. Das wäre dann der Himmel.
02. Februar 2025
Für Giordano Bruno ist alles in Bewegung, es gibt kein fertiges Böses und kein fertiges Gutes. Sein Denkansatz ist, dass es das Böse geben mag im Übergang, aber eben nur dynamisch, da wir dem Folgezustand - willkürlich wie wir sind - früher oder später etwas Gutes abgewinnen können. So gesehen ist Gutes und Böses nichts anderes als menschliches Denken. Was es aber gibt ist eine Schöpferkraft, deren Macht groß genug ist, ihre Schöpfung in ständiger Dynamik zu halten.
26. Januar 2025
Renaissance ist Wiedergeburt. Sie betrachtet neben dem Raum auch die Zeit und die Geschichte in Kreisläufen, die kein Ende haben werden und in denen alles wiederkehrt. Das meint auch der in dieser Zeit geborene Giordano Bruno. Die Ewigkeit kann nicht konstant sein. Vielmehr leben wir in einer Welt der Dynamik, die nie aufhört, sich zu bewegen, einer Welt, die selbst eine endlose Bewegung ist. Wie Bruno angesichts dessen über das, was wir als das Böse bezeichnen, denkt, folgt im nächsten Brief.